Blattgeflüster & Blütentraum – Ausflug in die Botanik

Pflanzen und Pilze sind sehr dankbare Motive. In der Regel halten sie schön still und laufen nicht fluchtartig davon, wenn man sich ihnen mit der Kamera nähert. Das gibt einem die Möglichkeit, in aller Ruhe an den Einstellungen zu feilen. Trotzdem bin ich immer wieder überrascht, wie herausfordernd auch diese Art der Fotografie sein kann.

Löwenzahn

Die kleine Welt der Wunder – Insekten & Spinnentiere

Ich habe ein sehr großes Faible für alles, was so kreucht und fleucht, aber diese kleinen, und manchmal größeren, Krabbeltierchen sind schwer zu erwischen. Da hilft nur ein sehr schneller Serienbildmodus und natürlich trotzdem noch viel Glück. Unter 1000 Bildern ist vielleicht ein brauchbares dabei. Aber wenn man einmal von dieser Art der Fotografie genascht hat, dann kann man nicht mehr davon lassen. Diesen flinken Gesellen hinterherzujagen ist ein Riesenspaß und so ganz nebenbei habe ich auch noch meine Spinnenphobie in den Griff gekriegt (natürlich schüttelt es mich immer noch, aber der Rausch des Bildes ist stärker). Es ist mir aber nicht entgangen, dass es mittlerweile auch noch aus einem anderen Grund viel schwieriger ist, Insekten und Spinnen formatfüllend zu fotografieren: sie werden immer seltener. Das große Artensterben ist in vollem Gange mit verheerenden Konsequenzen. Der berühmte Dokumentarfilmer David Attenborough sagte in seiner Filmreihe über die Wirbellosen sinngemäß: Wenn die Säugetiere (wozu auch der Mensch zählt) plötzlich von dieser Erde verschwänden, dann würde sich für den Rest nicht viel ändern, wenn aber die Wirbellosen plötzlich nicht mehr da wären, dann würde das Ökosystem der Erde in kürzester Zeit kollabieren.

Mögen meine Bilder ein Stück weit dazu beitragen, dass wir diese Lebewesen nicht als lästig, sondern als schön, nützlich und notwendig betrachten.

Mit Federn, Fell & Schuppen – Tierwelten entdecken

Große Tiere, also im Sinne von größer als Insekten und Spinnen, sind eine ganz andere Art der Herausforderung. Ich kam hierbei erst durch mein 100-400mm Tele zu den Bildern, die mich wirklich ansprachen, aber auch sehr anstrengten, nicht allein wegen des zusätzlichen Gewichts. Den Tieren, hier vor allem den Vögeln, mit dem Tele in der Bewegung zu folgen, noch dazu früh morgens bei dämmrigen Licht, kurzen Verschlusszeiten und ISO-Werten nah an der Grenze des Erträglichen, macht trotz dieser schwierigen Bedingungen absolut süchtig. Da rattert der Serienbildmodus ohne Unterlass im Takt des aufgeregten Pulses. Zum Glück halten diese Phasen nicht für lange an und man kann anschließend etwas durchatmen und sich den ruhig dahintreibenden Enten, Graureihern auf der Pirsch oder dem einen oder anderen zutraulichen Nutria zuwenden. Tiere sind immer für eine Überraschung und für einen aufregenden Fototag gut.

Im Angesicht der Erde – Landschaften & Szenen

Landschaften zu fotografieren ist eine sehr entspannende Art des Zeitvertreibs. Zumindest jetzt noch. Auch hier bilden sich bei mir allmähliche höhere Ansprüche heraus und es reicht nicht, einfach nur ein paar nette Hügel, Wiesen und Bäume abzulichten. Hier kommt es vor allem auf die richtige Lichtstimmung an, was eine sehr genaue Planung von Tages- und Jahreszeit erfordert und natürlich von den richtigen Wetterbedingungen abhängt. Im Moment fehlt mir noch etwas die Zeit für diese akribische Art der Vorbereitung, aber ich habe es für die Zukunft fest eingeplant. Und solange erfreue ich mich an den schönen Locations in Wald, Feld und Flur, die auch ohne große Planung erfreuen und entzücken.

Überraschungsbox – Experimentelles & Kreatives

Um ehrlich zu sein, habe ich mich lange damit schwer getan, die Titel für die Unterkategorien festzulegen. Dies lag vor allem daran, dass ich Bilder kreiert habe, die nicht so richtig in die anderen Gruppen passten. Schließlich entschied ich mich dazu, eine Kategorie als Überraschungsbox zu betiteln und dort meine experimentellen Bilder unterzubringen. Das sind vor allem Bilder, denen ich in der Nachbearbeitung einen besonderen Look verpasste, oder auch Mehrfachbelichtungen und Wischerbilder. Ich habe festgestellt, dass besonders jene Tage, an denen man am liebsten im Bett bleiben möchte, sich sehr gut für diese kreative Art der Fotografie eignen und man mit ungewöhnlichen Bildern nach Hause kommt. Und wenn man nach einem Fotoausflug das Gefühl hat, keines der Bilder ist auch nur im Ansatz gelungen, dann kann man in der Nachbearbeitung mit einigen Reglern, Presets und Overlooks doch noch etwas Kreatives und Überraschendes zustande bringen. Das ist das Tolle an der digitalen Fotografie. Man kann einfach ausprobieren, sich hingeben, etwas Neues wagen und verrückte Ideen umsetzen, ohne sich Gedanken um die Kosten der Filmentwicklung machen zu müssen.

Zeitlose Momente – die Welt in schwarzweiß

Ich fotografiere im Grunde farbig und wandle erst während der Bearbeitung die Bilder in schwarzweiß um. Lange Zeit hatte ich dafür überhaupt kein Gespür, da ich hauptsächlich Landschaften und Blüten ablichte, also Motive, bei denen die Farbstimmung vorrangige Bedeutung hat. Aber durch Projekte des Fotokreises lernte ich auch die Vorzüge von monochromen Bildern zu schätzen. Besonders in der Street- und Architektur-Fotografie wirken Schwarzweiß-Bilder oftmals besser, da keine Farben von den Strukturen und Bewegungen ablenken. Mittlerweile wende ich schwarzweiß auch bei Landschaften und Tieren an und werde bisweilen von den Ergebnissen sehr positiv überrascht.