


Eintrag vom 15. Februar
Ich brauchte nicht lange, um mir ein neues Jahresprojekt auszudenken. Ich möchte die Natur im Jahresverlauf festhalten. Für die kalten Monate Januar und Februar suchte ich mir Vögel aus, da diese in den kahlen Bäumen besonders gut zur Wirkung kommen. Speziell Krähen haben es mir angetan. Diese klugen und geschickten Vögel kommen bei mir in der Gegend auch häufig vor. Ich hatte jedoch nicht erwartete, oder auch nur daran gedacht, wie scheu diese Kreaturen sind. In der ersten Januarwoche hatte ich etwas Zeit, um auf Fotojagd zu gehen. Allerdings hatte ich es mir zu einfach vorgestellt. Kaum gesichtet, flogen die schwarzen Gesellen auch schon davon. Einer ließ sich jedoch gnädiger Weise auf einer Baumkrone nieder und ich konnte ein Bild machen. Dabei leistete mir mein neuer 2fach Telekonverter gute Dienste. Das Bild siehst du hier.Zwei Tage später fuhr ich zu einem Feld, auf dem ich des Tags zuvor einen ganzen Schwarm Krähen erblickt hatte. Und ich konnte es nicht glauben, auch jetzt tummelten sich mehrere Dutzend auf dem Acker und den umliegenden Bäumen. Klasse, dachte ich, da kann ich bestimmt auch interessante Interaktion zwischen den Vögeln fotografieren. Ich stieg aus dem Auto, schnappte die Kamera und näherte mich vorsichtig dem Feld. Aber wohl nicht vorsichtig genug oder es lag an der Spaziergängerin mit Hund, wie dem auch sei, plötzlich flogen alle Vögel davon, selbst die in den Bäumen. Ich konnte nur noch ein Bild der Davonfliegenden machen und das war’s dann auch. Naja, dachte ich, dann halt später nochmal versuchen. Anders als die Vögel, fliegt das Thema ja nicht weg. Jedoch zwangen mich zuerst berufliche Angelegenheiten und dann eine Monstererkältung in die Knie, so dass die Kamera die nächsten vier Wochen in der Ecke liegenbleiben musste.
Eine Ausnahme gab es während meiner erzwungenen Auszeit durch das fiese Bakterium. Rein zufällig blickte ich einmal durchs Fenster und sah einen Mäusebussard auf dem Dach des gegenüberliegenden Hauses sitzen. Ich holte die Kamera, auf der auch noch das Tele mit dem Konverter befestigt war. Die Lichtverhältnisse waren katastrophal, aber egal. Jedoch machte mir in meinem kranken Zustand das Gewicht des Geräts schwer zu schaffen. Ich konnte es kaum länger als ein paar Sekunden hochhalten, geschweige denn ruhighalten. Ich dachte daran, das Stativ aufzustellen, mittlerweile wurde es auch kalt im Zimmer, da ich das Fenster geöffnet hatte. Lohnt es sich, für ein Foto tatsächlich die Gesundheit zu ruinieren? Hätte mich nicht in diesem Moment ein heftiger Hustenanfall geschüttelt, hätte ich ja gesagt, aber so schloss ich das Fenster und packte die Kamera wieder weg. Was soll’s, dachte ich. Es kommen auch wieder bessere Tage. Das Bild des Bussards ist zwar wie erwartet etwas unscharf geworden und die KI konnte nicht alles retten, aber ich zeige es hier trotzdem, da es in klein auch nicht ganz so schlecht aussieht.
Mittlerweile geht es mir wieder besser, es ist schon Mitte Februar und ich freue mich darauf, wieder auf Fototour zu gehen. Neben Krähen stehen jetzt auch Schneeglöckchen und andere Frühblüher auf dem Plan. Auf geht’s!

Ich habe Faschingsferien und doch nicht frei. Es gibt so viel für die Arbeit zu tun, dass ich schon ganz frustriert bin. Und der Haushalt macht sich leider auch nicht von allein. Ich gehöre zu der Sorte Mensch, die lieber nach dem Motto „Erst die Arbeit, dann das Vergnügen“ lebt, aber leider lässt sich das nicht so richtig mit der Fotografie in Einklang bringen, denn als Landschafts- und Naturfotografin tragen die Wetterbedingungen maßgeblich zur Wirkung eines Bildes bei. Letztens musste ich Einkäufe erledigen und die mache ich gerne gleich morgens, da man dann nicht so lange an der Kasse anstehen muss. Auf der Heimfahrt kam dann tatsächlich die Sonne heraus, die sich in den letzten Wochen recht rar gemacht hatte. Eigentlich wollte ich mich nach dem Einkauf an die Arbeit setzen, doch jetzt schnappte ich mir die Kamera, setzte das Makroobjektiv drauf und dann nichts wie raus in den Park, wo die Schneeglöckchen überall in kleinen Büscheln durchs Gras und Gestrüpp blinzeln. Vor lauter Aufregung rauszugehen, hatte ich mir jedoch nichts zum Hinknien eingepackt und auch noch die frische Hose anbehalten, statt in alte Klamotten zu schlüpfen. In meinem Alter ist die Hocke leider nicht mehr so leicht auszuhalten, aber was soll’s. Zudem hatte es auch wieder angefangen zu nieseln, was sich bei der späteren Bearbeitung als Glücksfall herausstellte, denn die Tropfen auf den Blüten sehen recht hübsch aus und ich zog auch einen dunkleren Stil vor, um die Blüten schön zur Geltung zu bringen. Aufgrund des Makroobjektivs ist die Schärfenebene extrem gering und ich konnte nur bei einem Motiv ein Focus-Stacking anfertigen. Da ich kein Stativ dabeihatte, legte ich die Kamera auf den Boden und hob das Objektiv durch eine kleine Unterlage an. Überraschenderweise funktionierte das ganz gut. Die Unschärfebereiche in den anderen Bildern finde ich jedoch auch recht interessant, da sie die Blüten meiner Ansicht nach geheimnisvoller machen.



Ich bekam nochmals die Gelegenheit Schneeglöckchen und auch Winterlinge zu fotografieren. Das Foto mit den gelben Winterlingen ist in mehrfacher Hinsicht interessant, denn es war nicht ungefährlich (schmunzel), dieses Bild zu bekommen. Es geschah, als ich mit meinem Mann bei meiner Mutter zu Besuch war. Ich hatte mein 10mm-Objektiv eingesteckt, da ich an diesem Tag etwas experimentierfreudiger eingestellt war. Auf dem Rückweg vom Restaurant liefen wir durch den Park und unter den Bäumen wuchsen dichte Büschel von anmutigen gelben Winterlingen. Während mein Mann und meine Mutter ins Gespräch vertieft weiterliefen, fotografierte ich aus der Hocke die Blumen und den Baum von unten. Plötzlich keifte eine Stimme in meinem Rücken: „Was, wenn das alle machen würden?“ Erschrocken drehte ich mich um und erblickte ein zusammengekniffenes, zorniges Gesicht einer alten Frau, die sich mühsam auf ihrem Rollator abstützte. „Ähhh“, brachte ich hervor, „ich fotografiere doch nur.“ Glücklicherweise wurde das Gesicht der Frau nun milder und ich brauchte nicht mehr zu befürchten, eine saftige Standpauke über abgepflückte Blumen ins Gesicht geschleudert zu bekommen. Sie entschuldigte sich höflich und ich meinte zu ihr, dass es schön sei, wenn sich Menschen für den Schutz der Natur einsetzen.
Die Perspektive des Bildes finde ich sehr inspirierend, da ja durch die Fisheye-Optik eine räumliche Verzerrung stattfindet, die hier den Baum und die Winterlinge in eine interessante Konstellation setzt. Da ich das 10mm-Objektiv auch für diesen Zweck gekauft hatte, bin ich mal gespannt, was sich noch alles damit anfangen lässt.
Zwei Tage später kam mal wieder die Sonne raus und obwohl ich noch Arbeit zu erledigen hatte, schnappte ich mir die Kamera. Es war vielleicht auch Schicksal, dass der Spruch meines Tischkalenders für diesen Tag so schön passte. Er lautete: Die Arbeit läuft dir nicht davon, während du deinem Kind den Regenbogen zeigst. Aber der Regenbogen wartet nicht, bist du mit der Arbeit fertig bist.
Also musste ich den Sonnenschein ausnutzen und diesmal hatte ich auch an eine Unterlage zum Hinknien gedacht. So konnte ich Schneeglöckchenbilder machen, die vollkommen anders sind, als die von vor ein paar Tagen. Da noch Tropfen auf den Blüten waren, entstand ein wunderschönes Bokeh und es gelang mir auch, Focus-Stacking-Aufnahmen von einzelnen Blüten zu machen, was gar nicht so einfach war, denn jede Brise brachte die zarten Glöckchen zum Wackeln. Leider war der Sonnenschein nur von kurzer Dauer, aber ich hatte die Zeit zum Glück gut genutzt.



Der letzte Eintrag ist bereits drei Wochen her und fotografisch ist in dieser Zeit nicht so viel passiert. Trotzdem der Reihe nach:
Am letzten Tag des Februars konnte ich nochmals auf Schneeglöckchenjagd gehen und auch Krokusse zeigten bereits ihre Pracht auf der Wiese im Park. Ein paar wenige große Exemplare konnte ich schön freistellen, dabei verfluchte ich jedoch die Tatsache, dass sich bei der Z6II das Display nur nach vorne klappen lässt. Gerade aber bei Hochformat-Aufnahmen, die sich bei den schlanken Krokussen anbieten, bräuchte man ein Display, das sich auch zur Seite klappen lässt. Da ich aus Bodennähe fotografierte, konnte ich daher bei den Hochformat-Aufnahmen nicht erkennen, ob der Fokus sitzt oder nicht. Leider hatte ich diesbezüglich etwas Pech und nach unzähligen frustrierenden Versuchen lichtete ich dann eben im Querformat die hübschen Blüten ab und setzte dabei auch Fokus-Stacking ein. Das Licht der aufgehenden Sonne zeichnete schöne Effekte als Bokeh und auf den Blüten selbst. Jedoch merkte ich erst in der Bearbeitung am PC, dass es dabei stellenweise zur Überbelichtung kam, die ich auch nicht mehr retuschieren konnte. Ich dachte, ich könnte die Woche drauf nochmal zur Wiese zurückkehren, die Schneeglöckchensaison war zwar zu Ende, aber die Krokusse müssten noch in voller Blüte stehen, um weitere Versuche zu starten. Blöderweise machte mir mein Immunsystem erneut einen Strich durch die Rechnung und ich lag mit einer zweiten fetten Erkältung in diesem Jahr flach.
Da ich nicht raus konnte und das Fotografieren in der Wohnung mich momentan nicht reizte, lenkte ich mich, neben dem zwar langweiligen aber notwendigen Nichtstun, mit Aquarellmalerei ab. Ich musste nur rechtzeitig vor einem Hustenanfall den Pinsel weglegen. Ich schaue eine Menge Tutorials auf YouTube, durchblättere meine Anleitungsbücher und lasse mich auch von Bildern auf Pinterest inspirieren, bevor ich mich daran wage, eigene Aufnahmen in Aquarelle zu verwandeln. Die Übungsbilder wandern in eine Mappe oder bleiben im Skizzenbuch. Eigentlich schade, dachte ich, denn einige davon gefallen mir recht gut. Dann brachte mich das Bild-des-Monats-Projekt des Fotokreises auf eine Idee. Für den Monat Mai ist das Thema Stillleben vorgegeben und das Bild muss bis zum 25. März hochgeladen werden. Ich habe mir schon den Kopf darüber zerbrochen, was ich als Motiv nehmen könnte, denn Stillleben sind aus meiner Sicht arrangierte Bilder. Verschiedenen Objekte werden in einem harmonischen Verhältnis zueinander angeordnet und dann fotografiert oder gemalt. Gemalt ist hier das Stichwort. Was wäre, wenn ich eines meiner Aquarelle zu einem Stillleben arrangierte? In einigen meiner Anleitungsbücher befinden sich solche Bilder, die sehr ansprechend aufgebaut sind und dem Bild den gewissen Reiz verleihen. Also habe ich das heute mal mit meinen Übungsbildern ausprobiert und dabei auch feststellen müssen, dass dies gar nicht so einfach ist, wie es dann auf dem fertigen Bild aussieht. Wie müssen Pinsel und andere Utensilien um das Gemälde herumliegen, damit es auch wirklich gut aussieht und keine Störfaktoren sind? Ich habe da teilweise ziemlich viel herumprobiert und war hinterher auch fix und fertig. Dennoch bin ich mit den Ergebnissen recht zufrieden. Die meisten sind unter dem Punkt „Fotografie und Malerei“ unter Projekte zu finden.
Für das Bild des Monats möchte ich aber gerne auch ein klassisches Stillleben-Motiv verwenden. Da es mir bis auf den Husten schon wieder besser geht, werde ich morgen ein paar Tulpen besorgen und diese in einer Vase aquarellieren und dann fotografieren. Mal sehen, wie’s laufen wird.

Eintrag vom 14. März
Mein gestern angekündigtes Projekt ist abgeschlossen und mein Bild des Monats Mai für den Fotokreis ist fertig. Während ich dies schreibe, wird mir allerdings klar, dass ich es noch nicht hier hochladen kann, denn im Grunde sind die Bilder, die zur Abstimmung stehen anonym. Falls meine Fotokreiskolleginnen und -kollegen vor Ende April hier mal reinschnuppern, dann sehen sie ja gleich, welches Bild von mir ist. Ich denke jedoch, dass das Risiko gering ist, denn ich habe meine Website im Fotokreis nicht an die große Glocke gehängt, eben aus diesem Grund. Wenn ich aber weiterüberlege, sind meine Gemäldebilder, die ich ja bereits gestern hochgeladen habe, im selben Stil gefertigt, also kann man es sich denken, dass das Tulpenbild von mir ist. Ach, ich glaube, ich drehe mich gerade im Kreis. Ich lade es hoch und damit hat es sich.
Aber dieses Thema lässt mich über den persönlichen Stil nachdenken. Bei den Bild-des-Monats-Bildern kann man manchmal sehr gut erraten, wer welches Bild gemacht hat, d.h. man kann einen persönlichen Stil erkennen. Dies lässt mich über meinen eigenen persönlichen Stil nachdenken, bzw. überlegen, ob ich überhaupt einen habe. Ich habe gewisse Vorlieben, wie ich meine Bildkomposition auswähle, so rücke ich automatisch das Hauptmotiv in den goldenen Schnitt. Aber ist das Einhalten von Kompositionsregeln ein persönlicher Stil? Eigentlich nicht, denn fast jeder befolgt diese Regeln wie goldener Schritt, Zwei-Drittel-Regel, Vordergrundgestaltung etc. Der persönliche Stil macht dein Bild unverwechselbar, d.h. es enthält Elemente, die über die klassischen Kompositionsregeln hinausgehen. Aber vielleicht sieht man den eigenen Stil bei seinen Bildern auch gar nicht, weil er sich mit der Zeit entwickelt; man wächst mit ihm zusammen. So sieht man die Veränderungen an Menschen, mit denen man jeden Tag zusammen ist, oft nicht, aber wenn man einen Freund nach langer Zeit wiedersieht, dann erschrickt man manchmal, weil die Veränderungen so offensichtlich sind. Wäre vielleicht mal ein Thema für unseren Fotokreis.



Wie die Zeit verfliegt! Ich wollte eigentlich öfter schreiben, aber so ist das manchmal mit Vorhaben. Zumindest gab es wieder interessante Einblicke, jedenfalls für mich. So habe ich feststellen müssen, dass mein diesjähriges Projekt „Die Natur im Jahresverlauf“ wohl eher eine Mehrjahresaufgabe werden wird. Wenn man berufstätig ist und auch noch andere Aufgaben und Hobbies hat, dann kann man nicht immer zur gewünschten Zeit auch tatsächlich am gewünschten Motiv sein; siehe zum Beispiel meine Vorhaben zum Thema Krähen – bisher nur ein mittelmäßiges Bild. Dagegen bin ich mit den Frühblüher-Bildern zumindest etwas zufriedener und konnte so gegen Ende März Blausternchen und Schlüsselblumen ablichten. Diese Bilder zu bekommen, war aber mit großen Anstrengungen verbunden. Immer noch durch die Erkältung etwas angeschlagen, dazu gestresst durch die Arbeit, fand ich die Bodenkrabbelei, die Suche nach schönem Bokeh und das Hantieren mit den schweren Objektiven kräfte- und nervenzehrend. Und wenn dann nicht ein paar Superhammerbilder herausspringen, dann kann das mitunter ganz schön frustrierend sein. Interessanterweise konnte ich dann auch feststellen, dass eine andere Art der Fotografie am gleichen Tag den gegenteiligen Effekt hatte. Für das Fotokreis-Semesterthema „Licht und Schatten“ machte ich mich nur mit der Kamera und meinem Allrounder-Objektiv (24-120mm) einmal quer durch die Stadt auf, um Schattenmotiven an diesem supersonnigen Tag nachzujagen. Und ich empfand das sehr entspannend, weil auch sehr bequem: keine Bodenkrabbelei, kein Suchen nach dem perfekten Hintergrund, sondern einfach locker-flockig ein Motiv entdecken, den Ausschnitt wählen und abdrücken. Interessant fand ich das deshalb, weil mein Lieblingsgenre ja die Naturfotografie ist. Also warum empfand ich diese dann als anstrengender, als das bloße Herumlaufen und Herumknipsen? Im Moment weiß ich darauf ehrlicherweise keine Antwort, aber ich mache mir jetzt auch keine Sorgen, dass ich mich von der Naturfotografie abwenden könnte. Trotz Anstrengung liebe ich sie doch sehr. Eine Auswahl der Ergebnisse dieses Tages seht ihr hier und noch mehr in den Galerien und unter den Rubriken Fotokreis – Semesterthemen – Licht und Schatten.



Wie man sieht, habe ich tatsächlich in den Osterferien etwas mehr Zeit. Sogar so viel Zeit, um einen kleinen Ausflug zu meiner Lieblings-Location zu machen – dem Seeschloss Monrepos bei Ludwigsburg. Durch die Übernachtung im anliegenden Hotel ist es ein Leichtes, gleich frühmorgens am See zu sein. Zum Glück hatte ich zuvor die Wetterbedingungen gecheckt und mir Strumpfhosen, Schal und Mütze eingepackt, denn es herrschten knappe -2°C an diesem Morgen. Nur an Handschuhe hatte ich nicht gedacht, also musste ich fleißig den Auslöser betätigen, um das Einfrieren der Fingerchen zu verhindern.
Auf der dampfenden Wasseroberfläche des Sees schwammen Gänse, Kormorane flogen darüber hinweg und eine Schar Stare tummelte sich auf der angrenzenden Wiese. Und sogar ein Storchenpaar hatte sich auf einem Horst niedergelassen und ließ sich durch streitende Dohlen nicht aus der Ruhe bringen. Auf einem knorrigen Stamm waren Sonnenblumenkerne ausgestreut, die Kohlmeisen, Kleiber, Ringeltauben und sogar einen Buntsprecht anlockten. Es gab also reichlich Motive und ich bannte über 1000 auf meine Speicherkarte. Jedoch war ich bereits vor Ort nicht hundertprozentig zufrieden, denn die Aufnahmebedingungen waren alles andere als optimal. Die Vögel hopsten, schwammen oder flogen selten dort entlang, wo es für mich günstiger gewesen wäre oder drehten mir frech nur ihre Hinterteile zu. Auch hätte ich gerne Küken, Eichhörnchen, Hasen oder Igel entdeckt, aber die ließen sich nicht blicken. Ich weiß, das ist jetzt Jammern auf höchstem Niveau und es sind immerhin doch ein paar schöne Bilder herausgesprungen, aber als Hobbyfotografin mit beschränkter Zeit ist es halt schade, wenn an diesem einen Tag, an dem man vor Ort ist, eben nicht alles so rund läuft, wie man es sich gerne gewünscht hätte, vor allem, wenn man weiß, dass man diesen Frühling nicht mehr zum Monrepos wird fahren können.
Diese und weitere Bilder findest du in den Hauptgalerien.



Endlich mal wieder Zeit für einen Eintrag. Nun – fotografisch bin ich in letzter Zeit durchaus unterwegs gewesen und zwar ging es auf Bibberle-Jagd. Im Rahmen meines Projekts „Die Natur im Jahreslauf“ wollte ich unbedingt Küken fotografieren. Im Stadtpark bei mir um die Ecke tummeln sich viele Ente und auch Nilgänse, aber Küken habe ich in den letzten Jahren kaum welche gesehen und auch dieses Jahr hatte ich kein Glück. Also fuhr ich frühmorgens in eine nächstgrößere Stadt mit gleich zwei schönen Parkanlagen: Eine um das Wasserschloss und eine bei der Kureinrichtung. Um das Wasserschloss blühten noch wunderschöne Tulpen, wilde Kirschblüten schwebten sacht zu Boden und pralle Magnolien buhlten um Aufmerksamkeit, aber von Bibberle weit und breit keine Spur. Nach einem zehnminütigem Fußmarsch traf ich am zweiten Spot ein und schon von weitem konnte ich etwas entdecken: zwei große Nilgänse und dazwischen sieben kleine Federbällchen. Beim Näherkommen stellte sich heraus, dass die Küken zwar nicht mehr so klein waren, aber immer noch einen herzerwärmenden Niedlichkeitsfaktor aufwiesen. Der Vorteil, wenn man in städtischen Parks fotografiert, ist, dass die Vögel an Menschen gewöhnt sind. Dennoch wurde ich von den Altvögeln mit lauten Gequake argwöhnisch beäugt, besonders als ich mein Tele auspackte. Sie zeigten aber keine Fluchtreaktionen und kamen mir teilweise auch recht nahe. Es war so süß, wie die Kleinen auf der Wiese grasten und ihre Schnäbel voller Halme waren. Später liefen sie zum See, um sich etwas frisch zu machen und ich ging auf die andere Uferseite in der Hoffnung, auch ein paar Wasseraufnahmen machen zu können. Allerdings hielten sie sich nur ganz kurz im Wasser auf und bevor ich eine geeignete Stelle erreichte, waren sie auch schon wieder draußen. Ich lief also wieder zurück und konnte noch einige Aufnahmen von ihnen beim Grasen machen. Die Altvögel erkannten mich bereits, denn diesmal empfing mich kein lautes Geschnatter. Ich fotografierte stets aus einer bodennahen Perspektive und kniete dazu auf einem Rundkissen, das eigentlich als Stütze für IPads gedacht ist. Trotzdem schliefen mir die Beine ein und ich war froh und traurig zugleich, als ich mich wieder auf den Rückweg machte.
Beim Bearbeiten der Bilder wurde mir wieder einmal bewusst, dass Vögel von den Dinosauriern abstammen. Besonders erinnern mich ihre Füße daran. Da kamen mir Szenen aus Jurassic Park in den Sinn, als die hochintelligenten Raptoren die Jagd auf die ahnungslosen Wissenschaftler eröffneten. Zum Glück waren meine „Saurier“ vielmehr süß und knuddelig.
Weitere Bilder sind auch in der Galerie „Mit Federn, Fell und Schuppen zu entdecken.






Gestern fand ich den Mut, endlich mal mit meinem Elektro-Drahtesel auf Fototour zu gehen. Seit ich vor über einem Jahr bei der Probefahrt desselben unglücklich stürzte und mir das Handgelenk zertrümmerte, überkam mich bei dem Gedanken an eine Fahrt ein gruseliges Schaudern. Zwar war ich bereits einmal wieder gefahren, aber ich fühlte mich dabei sehr unsicher und unwohl. Das Leben zwingt uns aber manchmal regelrecht dazu, die Angst in die Hosentasche zu packen und beherzt zur Tat zu schreiten. Erst vor kurzem musste ich zu einem Arzttermin, hatte aber kein Auto. Ich hätte auch zwei Stationen mit der S-Bahn fahren und dann zu Fuß laufen können, aber das Wetter war herrlich und ich hatte es mir vorgenommen, mit dem Fahrrad zu fahren. Der Akku war gecheckt und das Bike etwas abgestaubt, soweit alles in Ordnung. Nervös schob ich es aus der Wohnung auf die Straße und merkte erst beim Aufsteigen, dass der Vorderreifen etwas wenig Luft hatte. Sollte ich noch kurz zur Station fahren? Ich hatte Angst meinen Termin sonst nicht rechtzeitig zu erreichen. mein Mann meinte, es sei nicht so schlimm, ich könne ruhig fahren. Also fuhr ich los und wunderte mich, wieso es so schwer ging. Oje, ich hatte vergessen, den Motor zu aktivieren, also schnell den Knopf gedrückt – Fehlermeldung! Aber ich hatte ja den Termin, also Zähne zusammenbeißen und kräftig treten. Der Fahrrad- und Fußweg neben dem kleinen Bach war zum Glück meist eben und da es nachmittags war, waren auch viele Leute unterwegs und ich konnte eh nicht so schnell fahren, aber trotzdem brannten die Schenkel, als ich endlich ankam. Ich freute mich nicht besonders auf den Heimweg. Die ersten paar Meter strampelte ich noch lustlos so vor mich hin, bis ich auf die Idee kam, den Motor nochmals zu aktivieren – und siehe da – keine Fehlermeldung und der Schub katapultierte mich nach vorne und ich sauste dahin mit dem Wind in den Haaren. Ein tolles Gefühl. Bei der Fahrradstation pumpte ich noch die Reifen auf und freute mich auf den nächsten Ausflug, der dann am 1. Mai auch erfolgte. Den schweren Kamerarucksack verstaute ich im Korb auf dem Rücksitz und fuhr denselben Weg am Bach entlang, bis ich auf den Neckarradweg stieß. Die Luft war recht frisch und ich hatte zum Glück an Mütze unter dem Helm, Schal und an Handschuhe gedacht. Und während des Fahrens machte ich mir auch Gedanken über mögliche Motive. Vielleicht könnte ich auf den Wiesen und Feldern entlang des Neckars nochmals Gänseküken fotografieren, aber ich sah leider nur einzelne Vögel, auch Bussarde oder Falken konnte ich nicht entdecken. Doch da sah ich es, mein erstes Motiv: eine Kuh. Sie lag friedlich auf einer Wiese, umringt von gelbem Hahnenfuß, die Augen geschlossen und mit sich und der Welt im Reinen.
Zwei Fahrminuten später fielen mir zwei dicke Stangen ins Auge, an deren Spitze eine Plattform angebracht war und auf einer dieser Plattformen stand ein Storch in seinem Horst. Durch mein Tele konnte ich auch zwei Küken entdecken und einen kleinen Spatz, der in dem Gestrüpp des Nestes wohl nach Nahrung suchte. Nach etlichen Bildern fuhr ich noch ein kleines Stück weiter, drehte aber dann um, schließlich wollte ich nicht so lange unterwegs sein und ehrlich gesagt, tat mir auch schon etwas der Hintern weh. Auf dem Rückweg nochmals vorbei am Storchennest und dann hörte ich freudiges Wiehern. Leider noch ein ganzes Stück vor mir, wurde gerade eine kleine Pferdeherde auf die Weide getrieben. Ausgelassen galoppierten die Tiere auf die Wiese, begannen dann aber sofort zu grasen. Als ich dort ankam und mich am Zaun mit meiner Kamera postierte, nahmen sie von mir nicht die geringste Notiz. Hunger geht eben vor Posieren. Es gab nur ein Pferd, das öfter mal den Kopf hob und mir die Gelegenheit gab, Porträtaufnahmen zu machen. Ich kenne mich mit Pferden nicht (mehr) so gut aus, aber ich vermute, dass dies das Leittier war und so die Lage sondierte. Ich wäre am liebsten noch länger bei diesen wunderschönen Tieren geblieben, aber ich musste zurück.
Mit dem Fahrrad auf Fototour zu sein, hat Vor- und Nachteile. Es ist aufregend, auf diese Art unterwegs zu sein, man kommt weiter als zu Fuß und kommt an Stellen, die mit dem Auto nicht oder nur schwer zugänglich sind. Allerdings muss man immer erst anhalten und die Kamera aus dem Rucksack holen, um ein Bild zu machen, spontane Fotografie ist anders als zu Fuß so nicht möglich. Zumindest, wenn man während des Fahrens nach Motiven sucht und nicht das Fahrrad zwischenzeitlich parkt. Ich werde dies natürlich weiter erforschen und für mich die beste Lösung finden.
Die Bilder dieser Tour findest du hier und auch in der Hauptgalerie „Mit Federn, Fell und Schuppen.“



