Ein Bild sagt mehr als tausend Worte, so lautet eine bekannte Redensart und ich stimme ihr zu. Aber es gibt Bilder, die mich Worte sagen, oder besser, empfinden lassen wollen, die in mir bestimmte Gefühle erzeugen, die ich in Schriftform ausdrücken möchte, oftmals in Form eines Gedichts, Haikus oder Spruches. Ich finde, es ist eine wundervolle Art, sich noch mehr auf ein Bild einzulassen und es inszeniert auch eine fruchtbare Wechselbeziehung, denn oftmals mache ich ein Bild, weil mir von dieser Szene bereits ein paar Worte dazu im Geist herumspuken, die auf Papier geschrieben werden wollen.

Ein Tropfen fällt

von Blatt zu Blatt

Stille schwebt

Welkes Blatt am Ast zittert beim Schrei des Hähers Die Bäume schweigen
Diese Uhr fand ich eines Morgens auf dem Steg einer Fußgängerbrücke. Ohne nachzudenken hob ich sie auf und hängte sie aufs Geländer. Ich wollte schon weitergehen, weil ich es eilig hatte, doch dann machte ich doch noch ein Foto und nach kurzem Zögern steckte ich sie ein. Zuhause inspirierte sie mich zu einem Gedicht.

Die Uhr macht Tick.
Die Uhr macht Tack.
Unablässig verstreicht die Zeit.

Sie entrinnt.
Sie entfleucht.
Halt sie fest!
Halt sie fest!
Zu spät.
Sie ist fort!

Die Uhr macht Tick.
Die Uhr macht Tack.
Kannst du sie hören?
Auf dem Asphalt liegt die Zeit.

Heb sie auf.
Nimm sie mit.
Jetzt gehört sie dir.
Bis zum nächsten
Tick
Tack