Bremen 4.-7. Juni 2026

Unsere letzte größere Exkursion ging in die schöne Stadt Bremen. Ich war noch nie zuvor in dem kleinsten Bundesland Deutschlands und war sehr überrascht von der bunten Vielfalt und den zahlreichen Legenden. Das Wetter reichte von sonnig über Nieselregen bis heftige Gewitterschauer, aber ein bekannter Bremer Spruch lautet: Solange nicht die Heringe an den Augen vorbeiziehen, ist es kein Regen sondern nur erhöhte Luftfeuchtigkeit. Eines war aber sicher: Vier Tage reichen kaum aus, die Stadt genügend zu erkunden. Hier möchte ich nun einige Highlights vorstellen, die es auf jeden Fall mit der Kamera zu erforschen gilt und die wir uns auch zu Gemüte führten:
1. „Das Viertel“: Das bunteste und lebendigste Quartier der Stadt ist bekannt für seine Straßenkunst. Bunte Graffitiwände, Street-Art und kunstvolle Fassadenmalereien zeichnen diesen Teil der Stadt aus. Die Straßen sind von kleinen Boutiquen, skurrilen Kneipen und internationalen Restaurants gesäumt. Schade nur, dass wir gar keine Zeit hatten, so einen Laden auch mal von innen zu sehen, denn das Fotografieren nahm uns viel zu sehr in Anspruch. Auf dem Weg vom Hotel zu diesem Viertel wurde uns auch eine weitere Leidenschaft der Bremer bewusst: das Radfahren. Vor fast jedem Haus standen meist gleich mehrere Drahtesel und boten zusammen mit den blühenden Rosenbüschen reizvolle Motive.
2. Der Schnoor: Der älteste Stadtteil verzaubert mit schmalen, kopfsteingepflasterten Gassen und gut erhaltenen Fachwerkhäusern aus dem 15. bis 18. Jahrhundert. Der Name „Schnoor“ leitet sich vom niederdeutschen Wort für Schnur ab, da die Häuser wie an einer Schnur aufgereiht stehen. Zur Hauptgeschäftszeit wimmelt es dort von Touristen und Einheimischen, die die urigen Cafés und zahlreichen Kunsthandwerksläden besuchen. Da lohnt es sich früh aufzustehen, um sich das Wegretuschieren bei der Bearbeitung zu ersparen.
3. Bremer Mühle am Wall: Auf dem Weg vom Hotel in die Stadt liefen wir immer an dieser imposanten Mühle vorbei und konnten sie auch bei unterschiedlichen Lichtstimmungen fotografieren. Die historische Galerieholländermühle steht im Wallanlagen-Park und ist ein Überbleibsel der alten Stadtbefestigung.
4. Der Bürgerpark/die Bürgerweide: Die grüne Lunge der Stadt ist gleich in mehrere Hinsicht erwähnenswert. Am Rand des Parks und auf unserem Weg liegend bot uns zuerst die ÖVB-Arena einen architektonischen Leckerbissen. Die Dachstreben der Event-Location ragen kühn in den Himmel und boten mit dem Mix aus Sonne und Wolken eine interessante Gelegenheit unter anderem mit Sonnensternen zu experimentieren. Ein Stück weiter gab es nochmals einen Augenschmaus: das Parkhotel Bremen, idyllisch an einem rund eingefassten See gelegen, bietet einen interessanten Mix aus repräsentativen Landhaus, Neoklassizismus und Nachkriegsmoderne. Für viele Fotos blieb leider keine Zeit, denn wir waren unterwegs zu unserer Reservierung im Restaurant und der Bürgerpark ist ziemlich groß. Zur Entstehung des Parks gibt es auch eine schöne Legende. Im Jahr 1032 wollte Gräfin Emma von Lesum ein Stück Land den Bremern als Viehweide überlassen. Ihr Schwager Herzog Benno von Sachsen fürchtete um sein Erbe und drängte darauf, dass die Bremer nur so viel Land bekommen sollten, wie ein Mann in einer Stunde umgehen könne. Dazu wählte er noch einen Krüppel aus, einen gelähmten Bettler, der es jedoch kriechend schaffte, ein riesiges Areal zu umrunden.
5. Bremer Marktplatz mit Rathaus und Dom: Ein absolutes Highlight ist natürlich das UNESCO-Weltkulturerbe – das Rathaus. Erbaut im gotischen Stil im 15. Jahrhundert und um die prächtige Fassade im 17. Jahrhundert erweitert, ist es der Hingucker. Gleich daneben der St.Petri Dom, eine romanisch-gotische Kathedrale und natürlich das Wahrzeichen der Stadt an der Westseite des Rathauses – die Bronze-Skulptur der Bremer Stadtmusikanten. Die Tradition besagt, dass beide Hufe des Esels gerieben werden müssen, damit es Glück bringt, ansonsten würden sich nur zwei Esel die Hand geben. Hier lohnt es sich auch auf jeden Fall früh aufzustehen. Ohne Touristengewimmel konnte ich einige Freihandpanoramas erstellen, um diese wunderschönen Gebäude in Szene zu setzen. Die Verzerrungen, die dabei entstanden, stören mich dabei nicht.
6. Torfkahnfahrt: Am letzten Tag unserer Exkursion schipperten wir gemütlich mit einem flachen, restaurierten Torfkahn die Torfkanäle entlang. Früher wurde damit das Torf aus den umliegenden Mooren in die Stadt transportiert, wo es als Heizmaterial diente. Nach den hektischen Tagen mit den vielen Eindrücken war es eine reine Wohltat, auf dem ruhigen Wasser dahinzugleiten und die mächtigen Eichen am Kanalrand vorbeigleiten zu sehen.